27.04.2017 09:50

Ausgabe 1: Lagervorbereitung - Voraussetzungen für die verlustfreie Einlagerung

So sollte das Lager aussehen.

Wenn die Ernte nicht direkt verkauft wird, kommt die Ware ins Lager. Um keine Verluste zu erleiden, müssen Reinlichkeit, Funktionalität und Sicherheit stimmen. Die korrekte Lagervorbereitung gehört genauso zu einer erfolgreichen Ernte wie der Ertrag am Halm.


Grundsätzlich gilt: Altware sollte niemals mit dem frisch geerntetem Korn vermengt werden. Dies gilt für das 200 to Fuder, das noch im Silo verblieben ist ebenso, wie für die Schubkarre an Altware, die noch in der Ecke im Lager übrig geblieben ist. Auch die Förderwege, die Reinigung, der Trockner, die Fahrzeuge und der Mähdrescher müssen vor erneuter Nutzung gereinigt werden. Alles, was mit der neuen Ware in Kontakt kommen könnte, muss von Altlasten gereinigt werden.

Schädlinge: Folgen der Kontamination mit Altware

Auch wenn bei der Lagerbehandlung der Ware aus dem Vorjahr alles richtig gemacht wurde, so ist doch seit deren Einlagerung erheblich Zeit vergangen. Zeit, in der Pilzsporen und Bakterien sich entwickeln konnten. Wenn auch langsam und nicht offensichtlich, so doch im Verborgenen und messbar. Gelagertes Getreide ist bereits an der Farbe und am Geruch, selbst von einem Laien, von frischer Ware unterscheidbar. Sollte man diese Ware mit frischer Ware vermischen, kann die frische Ware hier eindeutig Schaden nehmen, z.B. schneller verpilzen. Sollten sich zu- dem in der letztjährigen Ware Schädlinge, z.B. Kornkäfer, befunden haben, so hatte diese Population ein Jahr Zeit sich zu entwickeln. Vielleicht nicht sichtbar, tummeln sich doch schon einige Generationen an Käfern in dieser Ware. Fast der alleinige Hauptgrund für einen Käferbefall in der Lagerware ist Vermischung mit Altware. Darüber hinaus sollte bei Verdacht auf einen Schädlingsbefall die Lagerstätte, wenn möglich, chemisch behandelt werden. K-Obiol oder alternative Mittel können hier zur Lagerhygiene verwendet werden. In den letzten Jahren haben auch Einstreumittel wie Diatomenerden tolle Erfolge gezeigt. Dieses natürliche Pulver nimmt nicht nur Feuchtigkeit auf, sondern kann auch Insekten töten, selbst nach Jahren noch.

Schädlinge: Die Gefahr im frischen Getreidegut

Der Parameter Feuchtigkeit

Doch nicht nur der Befall von Schädlingen stellt eine hohe Gefahr für das frische Lagergut dar. Ware, die bereits ein Jahr gelagert wurde, hat normalerweise eine Temperatur, die die Ware auch langfristig vor dem Verderb schützen kann, also ca. 10 Grad. Erntefrische Ware hat üblicherweise eine Temperatur zwischen 20 und 30 Grad. Allein dieser kleine Unterschied, warme Ware wird auf kühle Ware eingelagert, sorgt für eine Schwitzwasserschicht im Getreidelager, was automatisch zu einer Verpilzung führt, mit all den Mycotoxinen die das zur Folge hat. Auch das Lager an sich sollte gezielt auf einen möglichen Eintritt von Feuchtigkeit kontrolliert werden. Feuchtigkeit, die durch Regen, Schnee, nasse Wände oder Kondenswasser eindringt, wird zur Verschimmelung des Getreides führen. Insbesondere Ausweichlager, wie z.B. Düngerlager, sind hier besonders gefährdet. Dies liegt an der besonderen Konstruktion von Düngerlagerstätten. Bei der Düngerlagerung ist die Gefahr, dass chemische Stoffe ausgespült werden und aus dem Lager austreten könnten. Daher werden Düngerlager so gebaut, dass ein leichtes Gefälle im Boden in das Lager hineinführt, so kann nichts austreten. Aber Wasser kann ins Lager hineinlaufen, was im Getreide sofort zu Schimmel führt. Die Hygiene ist unabdingbar für eine erfolgreiche Einlagerung, um diese Folgen zu vermeiden. Jede Arbeitsstunde, die im Vorwege in die Reinlichkeit gesteckt wurde, macht sich bezahlt. Schützen Sie ihr kostbares Gut!

Negativbeispiele für fehlende Hygiene im Lager

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